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Übersetzung von Dokumentationen und Urkunden.

Übersetzernormen

Qualitätsnormen für den Übersetzungsprozess

Auch auf Übersetzungsprozesse können Normen angewendet werden, die der Sicherung eines festgelegten Qualitätsniveaus dienen sollen. Die Qualitätsmanagementnormen der ISO 9000-Normenreihe sind wohl das bekannteste Beispiel dafür. Diese Normenreihe definiert allgemein einsetzbare Elemente für nachvollziehbare Qualitätssicherungsprozesse. Es existieren jedoch mittlerweile auch spezifische Normen für die Übersetzungsbranche.

DIN 2345: „Übersetzungsaufträge“

Die DIN 2345 verweist zunächst auf andere anwendbare Normen (z. B. die DIN 1422-1 zur Gestaltung von Manuskripten und Typoskripten oder Normen zur Umschrift fremder Alphabete) und definiert die verwendete Terminologie, womit umgangssprachlich diffus verwendete oder den Auftraggebern von Übersetzungen nicht unbedingt geläufige Begriffe wie "übersetzerische Kompetenz" oder "Paralleltext" fassbar gemacht werden. Kapitel zur Ablauforganisation eines Übersetzungsprojektes, zum Ausgangstext, zur Gestaltung des Zieltextes, zur Prüfung der Übersetzung und schließlich zur Konformitätserklärung oder Registrierung folgen.

DIN EN 15038: „Übersetzungsdienstleistungen“

Am 1. August 2006 trat die DIN EN 15038 "Übersetzungsdienstleistungen" in Kraft, die eine Registrierung oder Zertifizierung nach DIN 2345 ausschließt. Im Gegensatz zur DIN 2345 beschäftigt sich die neue Norm stärker mit dem Projektmanagement im Übersetzungsprozess und weniger mit der Übersetzung selbst. Dadurch sowie durch einen höheren Anteil an zwingenden Bestimmungen ist die Norm für Einzelübersetzer schwerer umzusetzen als für Übersetzungsbüros.

Die Anforderungen an den Übersetzungsdienstleister gemäß DIN EN 15038 erstrecken sich auf folgende Bereiche:

  • Zweck und Einsatzbereich der Übersetzung
  • Dokumentation
  • personelle und technische Ressourcen
  • Qualitäts- und Projektmanagement
  • vertragliche Rahmenbedingungen
  • Arbeitsprozesse
  • evtl. angebotene zusätzliche Dienstleistungen.

Mittels einer Konformitätserklärung können sich Übersetzungsdienstleister verpflichten, die neue Norm einzuhalten. Ein wichtiger Vorteil der neuen Norm: Sie gilt in 29 Ländern und kann damit die internationale Zusammenarbeit erleichtern.